
Aktiv leben
Brixental · Kitzbühel · St. Johann in Tirol · Pillerseetal
- ZeitfensterMai · Juni · September/Oktober · März
- ThemenSport · Bike · Golf · Wandern · Tagungen & Firmenreisen · Kulinarik · Premiumangebote
Leistung ist zur Lebensform geworden.
Immer mehr Menschen trainieren für Ziele, die niemand von ihnen verlangt – und finden darin Struktur, Stolz und Gemeinschaft. Der Zulauf zu Marathons, Hindernisläufen und Radmarathons zeigt: Es geht nicht um Sport allein, sondern um ein Vorhaben, an dem man wächst. In einer als zunehmend isolierend erlebten Welt bieten sportliche Herausforderungen Identität, Zugehörigkeit und ein Ergebnis, das man vorweisen kann.
Dabei zählt ebenso, was danach kommt. Anstrengung ohne Genuss ist Arbeit; erst die Verbindung von Leistung und Belohnung – gutes Essen, gute Gesellschaft, ein schöner Ort – macht daraus ein Erlebnis, für das man reist.
Aus einem Bedürfnis wird ein Reisegrund mit Datum.
Aus einem Bedürfnis wird ein Reisegrund mit Datum. Sportliche Vorhaben sind planbar, terminiert und reisebegründend – der ideale Hebel für die Randzeiten, in denen die Bedingungen oft am besten sind.
Der Markt ist groß, und Europa führt ihn an. Verschiedene Marktanalysen beziffern den weltweiten Sporttourismus für 2026 auf 700 bis 990 Milliarden US-Dollar, mit zweistelligen jährlichen Wachstumsraten. Übereinstimmend ist Europa die größte Region mit rund 38 bis 40 % Marktanteil.
Der aktive Teil ist der kleinere – und der interessantere. Der größere Anteil des Sporttourismus entfällt bis heute auf Zuschauen. Das eigene Mitmachen – Trainingslager, Wettkämpfe, Amateursport – ist das kleinere, aber schneller wachsende Segment; in einzelnen Märkten haben die Reiseausgaben im Amateur- und Jugendsport die des Zuschauersports bereits überholt.
Reisen um ein Ereignis herum wird zum Normalfall. Zwei von fünf Menschen planen internationale Reisen um Sport- oder Kulturereignisse; 60 % haben das bereits getan. Die Anreise erfolgt wegen des Vorhabens, das Reiseerlebnis kommt danach dazu.
Leistung ist messbar und teilbar geworden. Fitnesstracker erfassen Herzfrequenz, Tempo und Erholung; Fortschritt wird laufend gemessen und geteilt. Wettkampfformate wie Hyrox – ein standardisierter Hallenwettkampf aus Laufen und Kraftstationen – verbinden das mit Reisen: Über 111.000 Menschen sind dafür bereits in mehrere Weltregionen gereist.
Der Anlass macht die Vorbereitung zum Produkt. Wer für ein Vorhaben anreist, trainiert monatelang darauf hin. Das eigentliche Erlebnis beginnt lange vor der Anreise – und schafft Bindung, Wiederkehr und Zahlungsbereitschaft.
Genuss und Qualität bleiben die Differenzierung. Im gehobenen Segment zählt nicht mehr Ausstattung, sondern Durchdachtheit: jedes Detail von der Vorbereitung bis zum Abend danach. Auch die autofreie Anreise wird zunehmend Teil des Qualitätsversprechens.
Sport, Kulisse und Genuss – was die vier Regionen einbringen.
Brixental. Bringt eine weite, liebliche Bergwelt mit sanften Grasbergen ein, einen hohen Anteil an Familienbetrieben, gute Gastronomie am Berg und im Tal sowie sehr gute Erreichbarkeit. Die eigenen Fokusthemen sind Tagungen & Firmenreisen, Wandern & Genuss und Familientourismus; die Analyse sieht im Geschäftsreisesegment und in Wellness die größte Chance für die saisonschwächeren Wochen – ganzjährig attraktives Genusswandern in einem echten Wanderparadies.
Kitzbühel. Bringt internationale Strahlkraft ein: „die legendärste Sportstadt der Alpen“, das Hahnenkammrennen, die größte Golfdichte der Region, Tennisstadion, historischer Stadtkern und Premium-Hotellerie. Die Analyse will bewusst weg von der reinen Winterspitze – Wandern als Leitprodukt entwickeln, Herbstwandern und E-Mountainbike ausbauen, die Bahnanreise fördern und das „Jet-Set-Image“ durch echte Aktivkompetenz ergänzen.
St. Johann in Tirol. Bringt die Kombination aus Naturschönheit, Sportvielfalt und Tagungskompetenz ein. In Analyse und Angebotsideen sind bereits Alpine Business Events (Seminare mit Naturprogramm für die Schulterzeiten) und sportliche Vielfalt (Ski & Bike, Ski & Golf, Ski & Walk) für Frühjahr und Spätherbst ausgearbeitet – Leistung und Genuss in einem Angebot.
Pillerseetal. Bringt die größte Wettkampfkompetenz des Clusters ein: den Biathlon-Weltcup Hochfilzen, die Freeride World Tour, den KAT100-Weitwanderlauf und den Cordial Cup. Dazu Wasservielfalt als selbstbenannter USP, drei Bergbahnen, die Loferer Steinberge und mit Seeleuchten und Advent im Pillerseetal zwei etablierte saisonverlängernde Leitprodukte. Die Region stellt derzeit auf die Zielgruppe Anspruchsvolle Reisefans für die Nebensaisonen um – und bringt mit Almabtrieben, Platzkonzerten und Kochkursen den kulinarisch-kulturellen Gegenpol zur Anstrengung mit.
Zusammen deckt der Cluster ab, was ein sportliches Vorhaben mit Anspruch braucht: internationale Bühne (Kitzbühel), Wettkampferfahrung auf Weltcup-Niveau (Pillerseetal), Wander- und Bike-Vielfalt (Brixental, St. Johann), Tagungsinfrastruktur (St. Johann, Brixental) – und hochwertige Gastgeberqualität überall. Keine Region trägt das allein. Zu viert entsteht eine Bühne, die im Alpenraum wenige haben.
Woran gute Ideen bisher scheitern.
Sportereignisse gibt es genug – die meisten konkurrieren über Distanz und Startgeld. Der Wettbewerbsvorteil dieses Clusters liegt nicht im Sport selbst, sondern in seinem Rahmen: Landschaft, Gastfreundschaft, Genuss, Qualität. Ein weiterer Radmarathon reicht nicht.
Hochwertig heißt durchdacht, nicht teuer. Kitzbühel benennt selbst das „Jet-Set-Image“ als Risiko. Qualität entsteht über die Stimmigkeit jedes Details – vom Trainingsplan bis zum Abend danach –, nicht über den Preis.
Der Genuss darf die Leistung nicht verwässern – und umgekehrt. „Sport und Kulinarik“ klingt einfach, ist aber ein Balanceakt: Wird der Genuss zum Hauptzweck, verliert das Vorhaben seinen Ernst; fehlt er ganz, wird aus Urlaub Arbeit.
Wettkampfkompetenz allein füllt keine Randzeit. Der Cluster kann Spitzensport – Weltcup, Hahnenkamm, Freeride World Tour. Das sind Ereignisse zum Zuschauen, die an feste Termine gebunden sind. Der wachsende Markt liegt aber bei denen, die selbst antreten wollen. Diese Kompetenz auf Amateure zu übertragen, ist die eigentliche Aufgabe.
Öffentliche Anreise und Verkehr sind Schwachstellen. Mehrere Analysen nennen den öffentlichen Verkehr und die Verkehrsbelastung in Spitzenzeiten offen. Wer autofreie Anreise mit Anspruch verspricht, muss sie auch liefern können.
Die Randzeit ist die Chance – und die Bedingungsfrage. Frühjahr und Herbst bieten oft die besten Trainings- und Wetterbedingungen. Das Vorhaben muss so gebaut sein, dass es gerade dann stattfindet – nicht als Notlösung, sondern weil es nur dann optimal möglich ist.
Vom Wettkampf zum Vorhaben, das verbindet.
Wie könnten wir sportliche Herausforderung und alpine Lebensart zu einem Vorhaben verbinden, auf das Menschen monatelang hintrainieren – und für das sie im Frühjahr oder Herbst anreisen, weil es nur dann und nur hier möglich ist?
Wir suchen kein weiteres Sportpaket mit Startgebühr und Halbpension. Wir suchen das Vorhaben, für das jemand ab Januar trainiert und über das er im Büro spricht – und für das im nächsten Jahr die halbe Laufgruppe mitkommt. Etwas, das die Randzeit braucht, weil dann die Bedingungen am besten und die Wege am schönsten sind.
Vier Qualitäten tragen ein solches Vorhaben – Ziel, Fortschritt, Gemeinschaft und Lebensart. Fehlt eine davon, wird daraus entweder ein Wettkampf oder ein Urlaub, aber nichts, wofür man ein Jahr lang plant.
Alles beginnt mit dem Ziel. Was, wenn das Angebot Monate vor der Anreise startet – ein Trainingsplan, ein Datum, ein Anspruch, auf den man hinarbeitet? Was, wenn nur mitmachen kann, wer sich qualifiziert – nicht über Tempo, sondern über Vorbereitung? Dann wird der Weg zur Teilnahme selbst Teil des Werts, und aus einer Buchung wird ein Vorhaben.
Sichtbar wird das über den Fortschritt. Leistung ist heute messbar, und genau darin liegt eine ungenutzte Chance: Was, wenn Teilnehmende ihre Entwicklung über Monate verfolgen und der Cluster sie dabei begleitet? Was, wenn der Kitzbüheler Weltcup-Erfahrungsschatz nicht Spitzensportlern vorbehalten bleibt, sondern für ambitionierte Amateure übersetzt wird – Streckenwissen, Trainingslehre, Wettkampfbetreuung?
Getragen wird es von der Gemeinschaft. Kaum jemand trainiert allein durch einen Winter. Was, wenn nicht Einzelpersonen buchen, sondern Laufgruppen, Vereine, Firmenteams – und die gemeinsame Vorbereitung Teil des Produkts ist? Hier liegt auch der Schlüssel für das Tagungs- und Firmengeschäft, das zwei Regionen bereits als Fokusthema führen: Ein Firmenteam, das gemeinsam auf ein Ziel hintrainiert und dafür im Oktober anreist, ist etwas anderes als ein Seminar mit Rahmenprogramm.
Und am Ende steht die Lebensart. Was, wenn die Belohnung ebenso durchdacht ist wie die Anstrengung – regionale Kulinarik, Erholung, gute Gesellschaft am Abend, ein Ort, an dem man bleiben will? Nicht als Beiwerk, sondern als zweite Hälfte des Erlebnisses. Genau hier spielt das Pillerseetal mit Almabtrieben, Konzerten und Kochkursen seine Rolle gegen Kitzbühels Bühne.
Genau hier wird der Cluster interessant. Was, wenn die vier Regionen vier Etappen sind – und nur wer alle absolviert, das Ganze erlebt hat? Was können wir von Expeditionen, Musikwettbewerben oder Handwerksprüfungen lernen – Formaten, bei denen der Weg zur Teilnahme den eigentlichen Wert erzeugt? Und was, wenn die autofreie Anreise nicht Auflage wäre, sondern Teil dessen, was das Vorhaben ausmacht?
Ideen aus den Regionen
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Fakten je Region.
| Region | Fokusthemen | Schwerpunkt-Zeiträume |
|---|---|---|
| Brixental | Tagungen & Firmenreisen, Wandern & Genuss, Familientourismus | ganzjährig, Fokus Randzeiten |
| Kitzbühel | Wandern als Leitprodukt, E-Mountainbike, Bahnanreise, Aktivkompetenz | Frühjahr · Herbst · März |
| St. Johann in Tirol | Alpine Business Events, Ski & Bike/Golf/Walk | Frühjahr · Spätherbst |
| Pillerseetal | Wettkampfkompetenz, Wasservielfalt, Kulinarik & Kultur | Frühjahr · Herbst |
- — Berichterstattung zum Fitness- und Leistungstourismus 2026 (u. a. Marie Claire, Elite Traveler): sportliche Herausforderung als Quelle von Identität, Zugehörigkeit und messbarem Ergebnis.
- — Marktanalysen zum Sporttourismus 2025/26: Fortune Business Insights (813 Mrd. USD für 2026, CAGR 11,8 %, Europa 39,9 % Anteil), Grand View Research (927,9 Mrd. USD für 2026, CAGR 16,8 %, Europa 38,0 %), The Business Research Company (717,2 Mrd. USD für 2026, CAGR 11,1 %). Zum Verhältnis von Zuschauen und Mitmachen: Grand View Research (passiver Sporttourismus 42,8 % Anteil 2025); Sports Events and Tourism Association, State of the Industry.
- — ITIJ / LinkedIn News, „Race-cations“ 2026 (zwei von fünf planen Reisen um Sport- oder Kulturereignisse, 60 % bereits getan).
- — Berichte zum Fitnesstourismus 2026 zu Hyrox und vergleichbaren Formaten (über 111.000 Teilnehmende, die dafür in mehrere Weltregionen gereist sind); Tirol Werbung, Trendradar 2024 – Digital vernetzte Produkte.
- — Global Wellness Institute und EHL Hospitality Insights, Wellness- und Longevity-Tourismus 2026 (Qualität über Durchdachtheit statt Ausstattung); Tirol Werbung, Trendradar 2024 – Mobilität (autofreie Anreise als Qualitätsmerkmal).
- — Ist- und Potenzialanalysen Brixental, Kitzbühel, St. Johann in Tirol und Pillerseetal (2026); Themenfokussierung & Angebotsideen der Regionen. Pillerseetal: USP Wasservielfalt, drei Bergbahnen, Loferer Steinberge; Angebote u. a. KAT100, Freeride World Tour, Biathlon-Weltcup Hochfilzen, Cordial Cup; saisonverlängernde Leitprodukte Seeleuchten, Advent im Pillerseetal. St. Johann: „Alpine Business Events“, „Ski & Bike / Golf / Walk“. Kitzbühel: Wandern als Leitprodukt, Bahnanreise.
- — Weiterführend für die Workshopvorbereitung: Tirol Werbung, Trendradar 2024 (Individualisierung & Personalisierung, Mobilität, Digital vernetzte Produkte) · Studie zur Urlaubsattraktivität der Tiroler Tourismusregionen nach Saisonen (Datalove).